Unsere Gebetszeiten
Das Stundengebet ist für uns Schwestern ein zentrales Anliegen und Auftrag für die Welt. Fünf mal am Tag versammeln wir uns im Oratorium des Klosters, um die Psalmen zu singen und Eucharistie zu feiern. Am Werktag beginnnen wir um 6.30 Uhr, am Sonntag und Feiertagen um 7.00 Uhr.
Zu unseren Gebetszeiten sind alle Gäste und Besucher immer herzlich eingeladen.
Am Donnerstag beten wir in der Regel die Laudes in Verbindung mit der Hl. Messe.
Laudes -Morgenhore
Um 6.30 Uhr beten wir Schwestern die Morgenhore. In den Laudes, dem Morgenlob, besingen wir Christus als die Sonne der Auferstehung, die aufgeht über der Dunkelheit unseres Lebens. Wir bitten für die Menschen, dass das Licht Christi an diesem Tag alle Dunkelheit aus ihren Herzen vertreibe.
Konventamt - Hl. Messe
Das Konventamt ist die tägliche Eucharistiefeier für den ganzen Konvent. Wir singen dazu entweder lateinischen Choral oder deutsche Lieder. Am Donnerstag verbinden wir das Konventamt mit der Laudes.
In der Eucharistie feiern wir Tod und Auferstehung Jesu als Ausdruck der Hoffnung, dass Gott alles Tote und Erstarrte in neues Leben verwandelt, alles Dunkle erhellt und aus jedem Scheitern einen Neuanfang ermöglicht. Und wir feiern das heilige Mahl, in dem wir eins werden mit Christus, eins werden mit uns selbst und eins werden miteinander.
Die tägliche Hl. Messe ist die Quelle unseres Zusammenlebens. Die Einheit, die wir da erfahren, versuchen wir im Alltag zu vollziehen.
Mittagshore - Mittagsgebet
Um 12.05 Uhr, lassen wir uns von Gott den Tag unterbrechen, beten wir die Mittagshore.
Der Mittag verweist uns auf die Hitze des Tages, auf die hochgekochten Emotionen, die uns bedrängen. Da brauchen wir die Kühlung des Gebets, wir halten inne vor Gott. Die Mittagshore ist eine heilsame Unterbrechung, die das Kochen der Emotionen beendet und den kühlen Hauch des göttlichen Geistes in die Seele wehen lässt.
Vesper – das Abendlob
Die Abendhore hat ihren Namen Vesper vom Abendstern, dem Hesperos. Es ist der Stern der Liebenden. Und er verkündet den Müden Ruhe und Frieden. Wenn die Sonne untergeht, gedenken wir der wahren Sonne, Jesus Christus, der in unsere Dunkelheit hineingestiegen ist, um sie zu verwandeln. So bitten wir am Abend, dass Christus in unserem Herzen als Sonne weiter leuchte, wenn nun die irdische Sonne untergeht.
Die Vesper ist ein feierlicher Lobgesang. Wir loben Gott, die eigentliche Mitte unseres Lebens. Und wir schauen im Abendlob auf Christus, das wahre Licht, das unsere Herzen erleuchtet und der in seiner Auferstehung jede Nacht vertrieben hat.
Komplet – das Nachtgebet
Mit der Komplet (von completum est = es ist vollendet) beschließen wir Mönche den Tag. Wir beten um Gottes Schutz in der Nacht. Gott möge seine heiligen Engel senden, um uns und die Menschen, für die wir beten, zu behüten.
Und wir beten, dass Gott alles Stückwerk unseres Tages vollendet und zum Segen werden lässt für uns und für die Menschen.
Am Ende der Komplet singen wir das Salve Regina, einen alten Marienhymnus. Indem wir uns an Maria wenden, drücken wir aus, dass wir uns schlafend in Gottes mütterliche und liebende Arme bergen, um darin Ruhe und Schutz zu finden.
Feierliche Matutin -Vigil
Vor großen Festen singen wir am Vorabend die feierliche Matutin mit Nokturnen, mit Nachtwachen. In den Psalmen meditieren wir uns hinein in das Geheimnis des Festes. Die Lesungen erklären uns, was wir feiern. Wir feiern die Vigil immer auch für die Menschen, damit das kommende Fest ihnen die Augen öffnet für das Geheimnis ihres Lebens, für das Geheimnis ihrer Erlösung durch Jesus Christus.
Die feierliche Vigil endet im Te Deum, einem der ältesten Hymnen der Kirche. In ihm loben wir Gott und Jesus Christus für alles, was er uns getan hat. Der Hymnus endet mit der Hoffnung, dass unser Leben für immer gelingen wird.
