Eckhart von Hochheim (Meister Eckhart)

Namenstage: Eckhart

Funktion: Dominikaner, Mystiker

Gedenktag: 27. März

evangelische Kirche

Eckhart von Hochheim, bekannt als »Meister Eckhart« aufgrund seines akademischen Grades, wurde um das Jahr 1260 in der Nähe von Gotha (Thüringen) geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Theologen und Mystiker des christlichen Mittelalters.
Um 1275 trat Eckhart dem Orden der Dominikaner bei, wo er in Köln bis 1289 seine Grundausbildung in den Studienfächern Philosophie, Theologie und Studium generale erhielt. Anschließend studierte er an der Universität von Paris, wo er seine Magisterprüfung ablegte. In dieser Zeit entstanden seine Schriften »Quaestiones parisienses«.
Innerhalb des Ordens bekleidete Eckhart mehrere höhere Ämter, von 1303 bis ungefähr 1310 übernahm er von Erfurt aus die Leitung der neu gebildeten Ordensprovinz »Saxonia« (von Holland bis in die Mark Brandenburg). Es folgten zwei weitere Studienjahre in Paris (1311–13); aus dieser Zeit stammen lateinische Schriften wie z.B. die Auslegungen von alttestamentarischen Büchern und mehrere Predigten (rund 200 Nachschriften von Predigten sind erhalten, die Meister Eckhart zugeordnet werden). Für Eckhart lag die tiefe Wahrheit des Christentums in der Einswerdung der menschlichen Seele mit Gott, der »unio mystica«, die sich in der menschlichen Seele vollziehen sollte.
1314 wurde Eckhart Generalvikar des Dominikanerklosters in Straßburg und erfasste seine bekanntesten Schriften, die »Deutschen Predigten«. Immer wieder geriet er in Konflikt mit der katholischen Kirche, da er in seinen Predigten auch spekulative Ansichten äußerte.
1322 übernahm Eckhart die Leitung der Schule in Köln, in der er selbst sein Grundstudium absolviert hatte. 1325 wurde er hier von einem anderen Dominikaner wegen der Verbreitung angeblich häretischer Lehren vor dem Volk denunziert und musste sich einem Inquisitionsverfahren in Avignon stellen. Eine der Aussagen, die ihm vorgehalten wurden, war, »dass Gott nicht über uns steht, sondern in uns Menschen lebt«.
Umdem Scheiterhaufen zu entgehen, widerrief Eckhart öffentlich. Das Ende des Prozesses erlebte er nicht mehr, da er 1328 starb. Kurz nach seinem Tod verurteilte Papst Johannes XXII. mehrere Textstellen aus Eckharts Werken als häretisch.

 

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010