Bistum Bozen-Brixen, Graz-Seckau, Wien und Passau 12. Dezember
Patronat: der Schwangeren; für reiche Weinernte
Hartmann wurde um 1090 in Oberpolling bei Passau als Sohn einer bayerischen Adelsfamilie geboren. Er wurde am Passauer Stift St. Nikola erzogen, trat dem Orden der Augustiner-Chorherren bei und empfing die Priesterweihe. Hartmanns Disziplin, seine Frömmigkeit und seine strenge Askese machten ihn zum Vorbild für seine Mitbrüder und zum idealen Reformator des Klosterwesens: Dieses Amt erfüllte er mit Erfolg als Domdekan in Salzburg (wozu er 1122 von Erzbischof Konrad I. ernannt wurde), von 1128 bis 1133 als Propst im Stift Herrenchiemsee und von 1133 bis 1140 im neu gegründeten Augustinerstift Klosterneuburg bei Wien, wohin ihn Leopold III., Markgraf von Österreich, berufen hatte. 1137 konnte Hartmann die Bestätigung des Stiftes durch den Papst erreichen.
1140 wurde er zum Bischof von Brixen ernannt und gründete in dieser Funktion das Augustiner-Chorherrenstift von Neustift bei Brixen. Weiters errichtete Hartmann für Pilger, die über den Brenner Richtung Rom reisten, ein Hospiz – das Heiligenkreuzspital – auf der Kreuzesinsel in Brixen, dessen Spitalskapelle er 1157 einweihte. Neben seiner Reformarbeit in den Klöstern war Bischof Hartmann auch in kirchenpolitischen Auseinandersetzungen ein gefragter Vermittler. So etwa setzte er sich gemeinsam mit Erzbischof Eberhard von Salzburg bei Kaiser Friedrich Barbarossa für Papst Alexander III. ein.
Am 23. Dezember 1164 verstarb Hartmann, während er ein Bad nahm. Der beliebte Bischof wurde in Neustift bei Brixen beigesetzt; schon bald entwickelte sich sein Grab zu einem vielbesuchten Wallfahrtsziel.
Um 1220 verfasste Hermann, Propst des Chorherrenstiftes Neustift, die Lebensgeschichte Hartmanns, die »Vita Beati Hartmann«. Darin wurden Berichte von Zeitgenossen des Bischofs eingearbeitet, die seinen disziplinierten Lebenswandel schildern; aber auch Legenden um Hartmann fanden Eingang. So soll sich Hartmann einst vor Räubern versteckt und dabei die Eisenkette, mit der er sich täglich geißelte, verloren haben. Am Fundort sollen sich Wunder ereignet haben und eine Quelle entsprungen sein. Eine andere Legende berichtet, dass durch Hartmanns Wirken das schmutzige Wasser in einem Brunnen zu klarem Trinkwasser wurde.
Darstellung: als junger Augustiner-Chorherr; in bischöflichem Gewand
Attribute: Mitra, Stab; Kelch (darüber das Jesuskind), Lamm Gottes

Quelle: Herder-Verlag
