Pirmin(ius) von der Reichenau

Namenstage: Pirmin

Funktion: Heiliger,Benediktiner, Klostergründer, Abtbischof, Glaubensbote am Oberrhein

Gedenktag: 3. November

Patronat: Pfalz, Elsass, Bodenseeinsel Reichenau, Innsbruck; gegen Augenleiden, Schlangenbisse, Vergiftungen, Rheumatismus, Wurmbefall und Pest

Die Herkunft Pirmins ist völlig unklar. Man hält iroschottische, westgotisch/aquitanische oder romanische Wurzeln für denkbar. Vermutlich um 690 geboren, wurde er 720 zum Wanderbischof geweiht und wirkte zunächst im westlichen Frankenreich, bevor er an den Rhein zog. Karl Martell, der fränkische Hausmeier, soll ihn unterstützt haben. Offenbar ist seine Missionstätigkeit im Zusammenhang mit der Eingliederung Alamanniens in das Fränkische Reich zu sehen. Von der Bodenseeinsel Reichenau vertrieb er alle Schlangen, Kröten und Mäuse, bevor er das Kloster ebendort gründete. Auch die Klöster Murbach (in den Südvogesen), Hornbach (bei Zweibrücken in der Pfalz) und Gengenbach (im Kinzigtal) sollen auf seine Initiative zurückgehen. In schon bestehenden Klöstern wie Schuttern (bei Lahr) und Maursmünster (bei Zabern im Elsass) führte er die Regeln des Heiligen Benedikt ein. In Hornbach starb er am 3. November 753 und wurde dort auch begraben.
1558 brachte man Pirmins Gebeine nach Speyer, 1576 nach Innsbruck. Weitere Reliquien befinden sich in St. Paul in Kärnten, in Weißenburg (Wissembourg, Elsass), Bern, St. Ulrich und Afra in Augsburg und in Pirmasens, dessen Name vermutlich von dem des Heiligen abgeleitet ist.

Darstellung: als Abt oder Bischof

Attribute: Mitra, Stab; Kirchenmodell (Klostergründungen); Schlangen, Mäuse, Kröten (die er der Legende nach von der Insel Reichenau vertrieb)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010