Auf dem Gelände des Klosters St. Lioba in Freiburg-Günterstal erwartet Sie seit Herbst 2005 ein ca. 700m2 umfassender Heilkräuter- und Bibelkräutergarten mit über 300 Pflanzen. An diesen im Großraum Freiburg einzigartigen Garten ist ein Klosterladen angegliedert. Der Eintritt ist kostenfrei, doch wären wir Ihnen für eine kleine Spende, die dem Erhalt und der Pflege des Gartens zu Gute kommt, sehr dankbar.
Öffnungszeiten im Kräutergarten
Mo-: 10.00-12.00 Uhr und 14.30-17.30 Uhr
Sa/So: 10.30-12.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr
Führungen nach Vereinbarung (Klosterpforte 0761/29294-0)
Die Anlage
Die Anlage umfasst in ihrer Gesamtheit einen Heilkräutergarten, Beete mit Pflanzen aus Mystik und Magie, Küchen- und Duftkräutern, sowie einen kleinen „biblischen Garten“ mit Pflanzen, die in der Bibel eine besondere Rolle spielen. Die Pflanzungen sind als Hochbeete angelegt, um allen Besuchern den Kontakt zu den Pflanzen zu erleichtern.
Ist der Heilkräutergarten bewusst als regelmäßiges Viereck angelegt – vier ist die Zahl der Welt – so hat der Bibelkräutergarten eine runde, auf diesen hin geöffnete Gestalt, um auf die Vollendung der geschaffenen Welt durch Gottes Wirken hinzuweisen. Ist in der geschaffenen (zwar gut geschaffenen, aber durch die Sünde gebrochenen) Welt sprichwörtlich gegen jedes Leiden ein (Heil-)kraut gewachsen, außer gegen den Tod, so verweist der Bibelkräutergarten darauf, dass im Christentum durch Jesus Christus auch die Überwindung des Todes zugesagt ist.
Über dem Biblischen Garten erheben sich „Weinstock und Feigenbaum“, das Bild des Alten Testamentes für „Schalom“, d.h. für Frieden und Heil im umfassenden Sinn.
Klostergarten St. Lioba Führungen 2013
Termin, Thema, Referent/in
04. Mai
Alles neu macht der Mai – und was können wir dazu tun?
Dagmar Müller-Mobashery (Ärztin)
18. Mai
Homöopathie zum Anfassen – Einführung in die Homöopathie
Dr. Egbert Meyer-Buchtela (Apotheker)
14. Juni
Führung durch den Kräutergarten mit Schwester Maria Sophia
Sr. Maria Sophia (Heilpraktikerin)
22. Juni
Sommersonnenwende
Dagmar Müller-Mobashery (Ärztin)
06. Juli
Führung durch den Kräutergarten mit Gartenschwester Guda
Sr. Guda
27. Juli
Stoffwechsel anregen - ausleiten – entgiften
Dr. Egbert Meyer-Buchtela (Apotheker)
17. August
Marienkräuter
Dagmar Müller-Mobashery (Ärztin)
31. August
Führung durch den Kräutergarten mit Gartenschwester Guda
Sr. Guda
14. Sept.
Pflanzen der Bibel
Sr. Maria Sophia (Heilpraktikerin)
05. Oktober
Hilfe aus dem Kräutergarten bei Husten, Schnupfen, Grippe
Dr. Egbert Meyer-Buchtela (Apotheker)
26. Oktober
Herbst im Klostergarten
Dagmar Müller-Mobashery (Ärztin)
Kräutergarten Führungen
Die Führungen beginnen jeweils 14.30h (Dauer ca. 1-1,5h)
Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen
Verbindliche Anmeldung:
Engel-Apotheke, Herrenstr.5, 79098 Freiburg, Tel. 0761 - 3 45 65
Kosten: € 3.- pro Person (zu bezahlen am Führungstag)
Bei schlechtem Wetter finden Führungen u.U. nicht statt (Auskunft am Führungstag Tel. 0761 - 2 92 940)
Gruppenführungen
Anmeldung bei Sr. Walburg Tel. 0761 - 2 92 940
Eine frühzeitige Terminabsprache ist ratsam.
Termin und Thema der Führung können individuell vereinbart werden.
Kosten (bezahlbar am Führungstag):
Vereine, Gemeinden, Pfarreien
€ 50.- bis 20 Personen
€ 80.- von 21 bis max. 40 Personen
Firmen, Privatpersonen
€ 80.- bis 20 Personen
€ 120.- von 21 bis max. 40 Personen
Bei schlechtem Wetter finden Führungen u.U. nicht statt (Auskunft am Führungstag Tel. 0761 - 2 92 940 oder beim Referenten)
Klostergärten im Wandel der Zeit
„Schule des Herrendienstes“, so definierte der heilige Benedikt die Aufgabe der klösterlichen Gemeinschaft. Diese musste möglichst autark sein, wollte man nicht in Abhängigkeiten von der Außenwelt geraten. Der Anbau von Feldfrüchten und Obst innerhalb der Klostermauern, das Anlegen von Klostergärten war zunächst also selbstverständlich. Viele Mönche und Nonnen besaßen Wissen über Gartenbau und Pflanzenzucht, Gewürzgewinnung und Fruchtbearbeitung, über Obstveredelung und Blumenpflege sowie über den (oft vermeintlichen) medizinischen Wert der Pflanzen. Benediktinermönche wie Walahfried Strabo (9.Jahrh.) auf der Insel Reichenau, Odo von Meung (11.Jahrh.) oder die Äbtissin Hildegard von Bingen (12.Jahrh.) verfassten auf der Grundlage überlieferten antiken Wissens wichtige Werke der Klostermedizin und Botanik.
Verfolgt man den Weg der Klostergärten vom Mittelalter bis in unsere Zeit, so war „der“ Garten einer steten Wandlung unterworfen. Jede Epoche war äußerst vielgestaltig, dies prägte auch die Gärten.
Der Geschmack der Menschen, ästhetisch wie leiblich, änderte sich von Generation zu Generation, und mit ihm auch das Bild der Klostergärten, vom streng strukturierten Garten des Walahfried Strabo über die prächtigen Gartenschöpfungen des Barock und Rokoko bis hin zu den modernen Gartenbaubetrieben so manchen Klosters unserer Zeit.
Heilkräutergarten
Die Natur ist die Apotheke Gottes, sagt der Volksmund, und das mit Recht. Um einen (Wild)-apfelbaum, den Inbegriff gesunder Ernährung, sind sternförmig 18 Hochbeete mit vielen bekannten Heilpflanzen, aber auch manch selten benutztem Kraut, angeordnet. Auf Heilpflanzen mit stark umstrittenem medizinischem Nutzen wurde bewusst verzichtet.
Bibelkräutergarten
Es gibt viele Geschichten und Aussagen in der Bibel, in denen Pflanzen vorkommen, die in unserer Erinnerung so sehr damit verbunden sind, dass der Anblick der Pflanze uns an die Bibelstelle und die dort ausgedrückte Erfahrung erinnert. Beispielsweise wird man bei der Linse an das „Linsengericht“ denken, für das Esau dem Jakob das Erstgeburtsrecht verkaufte und so auf die damit verbundene Segensverheißung Gottes für sich und seine Nachkommen verzichtete. Das „Senfkorn“ erinnert an das Gleichnis Jesu, der damit das Reich Gottes vergleicht, mit dessen Kleinheit am Anfang und seiner ungeheuren Wachstumskraft. Der Rizinusstrauch lässt uns an den Propheten Jona denken, der unter einem solchen Strauch sitzend trotzig an seinem Groll über Gottes Barmherzigkeit festhält. Und so gibt es noch vieles.
Deshalb haben wir uns entschlossen – sozusagen als Vollendung des Heilkräutergartens – hier einige Kräuter, die auch in der Bibel vorkommen, anzupflanzen. Diese wurden aber nicht zufällig zusammengestellt, sondern wir verfolgten dabei eine eigene Konzeption, die Gottes Handeln in der Welt in Schöpfung und Erlösung und das Mitwirken des Menschen in den Blick bringen will.



